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Tag 1 meiner letzten Challenge: Spende einem Bedürftigen eine warme Mahlzeit

Spende einem Bedürftigen eine warme Mahlzeit

Als ich die Aufgabe las dachte ich mir, dass es doch so schwer gar nicht sein kann jemanden eine warme Mahlzeit zu spenden. Also holten meine Tochter…

Tag 1: Spende einem Bedürftigen eine warme Mahlzeit

Kanal: WhatsApp

Dauer: 1,5 Stunden

Aufgabe: Spende einem Bedürftigen eine warme Mahlzeit und erlebe Dankbarkeit

Fazit: Als ich die Aufgabe las dachte ich mir, dass es doch so schwer gar nicht sein kann jemanden eine warme Mahlzeit zu spenden. Also holten meine Tochter und ich die Fahrräder aus der Garage und radelten in die Innenstadt. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem Penny-Markt vorbei wo normalerweise die Alkoholiker abhängen. Dort saß ein alter Mann ganz einsam auf einer Mauer und trank sein Bier.

Da wir nicht unbedingt jemanden eine warme Mahlzeit spenden wollten, der sich dem Alkohol verzerrt, radelt wir weiter in die Fußgängerzone der Stadt. Dort stellten wir an einem zentralen Punkt die Fahrräder ab und gingen zu Fuß weiter, in der Hoffnung jemanden zu finden den wir eine warme Mahlzeit spendieren konnten.

Die erste Person die wir dann ansprachen war ein Orgelspieler, der einen Hunde und seine Freundin dabei hatte. Etwas unbedarft fragte ich ihm, ob ich ihm etwas Gutes in Form einer warmen Mahlzeit tun könnte. Er fragte mich warum und ich antwortete, dass ich diese Aufgabe heute Morgen von einer Freundin bekommen hätte. Leicht verärgert und mit den Worten „sehe ich so aus als wenn ich mir eine warme Mahlzeit nicht selber kaufen kann?“ wies er mich ab. Damit hatte ich irgendwie nicht gerechnet.

Etwas frustriert und mit hängendem Kopf zogen wir also weiter. Ein paar Meter weiter viel uns ein Mann auf, der offensichtlich auf der Straße lebt. Wir gingen auf ihn zu und fragten ihn, ob wir ihm helfen können. Aber auch hier Fehlanzeige. Kommentarlos winke er ab und ging seines Weges. Also, doch nicht so einfach die Aufgabe zu lösen.

Eine glorreiche Idee

Dann kam uns eine glorreiche Idee in den Sinn: Wir wollten uns einfach neben einen Verkaufsstand für Bratwurst und Brötchen stellen und einfach den nächsten 10 Personen eine ausgeben. Aber auch hier stoßten wir sowohl bei der Verkäuferin als auch bei den hungrigen Kunden auf völliges Unverständnis. Willkommen in Deutschland.

Also gaben wir erst einmal auf und erledigten unsere Einkäufe. Anschließend radelten wir zurück und kamen wieder an dem Penny-Markt vorbei. Diesmal saß der alte Mann auf der gegenüberliegenden Seite auf einer Mauer. Ich hielt an und besprach mich mit meiner Tochter. Ok, lass uns mal hingehen und vorsichtig fragen. Gesagt getan.

Wir radelten zurück und fragten ihn wie es ihm geht. Sichtlich überrascht antwortete er im gebrochenen Deutsch, dass es ihm nicht so gut gehe. Ich frage ihn, ob er etwas zu essen gebrauchen könnte und er antwortet ja aber er hat leider kein Taschengeld mehr. Das wäre kein Problem antwortete ich, wir können ihm etwas kaufen. Gerne, meinte er. Da gegenüber vom Penny-Markt eine Bäckerei ist, schlug ich vor ihm dort etwas zu kaufen. Er nickte.

Gesagt getan, kauften wir ihm dort ein paar Brötchen und eine Flasche Wasser. Wortlos steckte er die Sachen in seinen Rucksack. Doch was dann folge war völlig überraschend und hat mich echt aus den Socken gehauen.

Die Umstände in Pflegeheimen seien Katastrophal

Ich fragte ihm woher er kommt und wo er lebt und da sprudelte es aus ihm heraus. Er käme aus Russland, ist vor 20 Jahren ohne seine Familie hergekommen um Geld auf einem Bauernhof zu verdienen. Seit dem hat er seine Familie nicht mehr gesehen. Seine Frau kann oder will ihn nicht besuchen kommen, das habe ich nicht so ganz verstanden. Der Bauernhof sei pleite und nun lebt er schon seit mehreren Jahren im Pflegeheim. Dort kann er umsonst wohnen und bekommt jede Woche 40 € Taschengeld. Die Umstände dort seien Katastrophal.

Sie bekommen kein gutes Essen, werden geschlagen und bekommen keine Hilfe wenn es irgendwelche körperlichen Leiden gibt. Zudem seien die hygienischen Umstände eine Schande, die alten Menschen würden Tage in ihren eigenen Fäkalien liegen bis jemand käme und sauber machen würde. Aus diesen und einigen anderen Gründen würde er lieber früh morgens bis spät abends auf der Straße leben. Tja, da wusste ich nicht mehr was ich sagen sollte und war total sprachlos.

Sichtlich berührt packte der alte Mann schnell seine Sachen und verschwand ohne ein weiteres Wort. Das war am 23.12.2017. Lange habe ich an diesem Tag noch mit meiner Frau und Freunden über diese Situation gesprochen und wir waren uns alle einig wie gut es uns doch dieser Tage geht. Jetzt wo ich zwei Wochen später darüber schreibe hängt mir die Situation immer noch nach. Was hättet Ihr nach dieser Situation getan?

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